Bei einer Zahnbetterkrankung, auch Parodontitis genannt, ist der Zahnhalteapparat entzündet. Dies kann zu einer Lockerung oder sogar zum Verlust der Zähne führen. Alarmierende Warnzeichen einer Parodontitis sind Zahnfleischbluten und -schwellung.

Die Erkrankung kann sich im Laufe der Zeit in den tieferen Gewebeschichten ausbreiten und so das Zahnfleisch schädigen. Parodontitis konzentriert sich nicht nur auf den Mund, sondern kann im ganzen Körper zu Problemen führen, indem sich gefährliche Infektionsherde ausbreiten. Bakterien und deren Endprodukte können durch den entzündeten Bereich im Mund in den Blutkreislauf gelangen.

Im restlichen Organismus können sie Gefäßerkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzinnenhaut- und Herzklappenentzündungen sowie Gelenkentzündungen verursachen.

Risikofaktoren, die zur Ausbildung einer Parodontitis beitragen:

Unzureichende Mundhygiene: Zahnbelag (Plaque), der nicht von der Zahnoberfläche entfernt wird, ist die ideale Basis für Krankheitserreger

Rauchen: Durch die vasokonstriktive (gefäßverengende) Wirkung von Nikotin nimmt die Blutversorgung auch im Mundraum ab, die Abwehrkräfte und die natürliche Immunantwort des Körpers werden dadurch geschwächt

Schwaches Immunsystem: Langzeitstress reduziert die Abwehrkräfte des Körpers und unterdrückt unser Immunsystem, Gleiches geschieht bei immunsuppressiver Therapie

Familiäre, vererbte Neigung zu Parodontitis

Chronische Krankheiten (z.B. Diabetes) sowie hormonelle Veränderungen (z.B. Schwangerschaft)

Mangelhafte Ernährung (Vitamin- oder Mineralstoffmangel), Alkoholkonsum

Stadien der Parodontitis:

Parodontitis

Stadium 1: Gute Zahnfleischhaftung, die Zähne sind stabil, aber erste entzündliche Veränderungen sind am Zahnfleischrand sichtbar. Mögliche Ursachen: unregelmäßiges Zähneputzen bzw. unzureichende Pflege der Zahnzwischenräume, verklemmte Speisereste (z.B. Nussschalen)

Stadium 2: Um die Zähne herum hat sich das Zahnfleisch bereits leicht zurückgezogen, aber die Zähne sind noch stabil. Die Mundhygiene ist meist unzureichend, Zahnstein ist deutlich sichtbar

Stadium 3: Das Zahnfleisch hat sich deutlich zurückgezogen, auf dem Röntgenbild ist ein Knochenverlust sichtbar, die Zähne sind locker und beweglich

Stadium 4: Weitreichender Zahnfleischrückgang und Knochenabbau, erhöhte Zahnbeweglichkeit

Stadium 5: Derartiger Zahnfleischrückgang, Knochenabbau und Zahnbeweglichkeit, dass die Zähne nicht mehr erhaltungswürdig sind

Behandlungsmöglichkeiten

Um gute Behandlungsergebnisse zu erzielen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Patient unerlässlich.

Das Ziel einer Parodontitis-Therapie ist es, den Knochenabbau zu stoppen bzw. zu verlangsamen. Der Zahnarzt beseitigt alle Störfaktoren, die eine Zahnfleischentzündung begünstigen. Er entfernt Zahnbelag und schlecht versiegelnde Füllungen sowie undichte Kronenränder. Aufgabe des Patienten ist es, für eine gesunde Mundhygiene zu sorgen.

Im Stadium 1 und 2 ist eine Zahnreinigung mit Ultraschall sowie mit Politur ausreichend. Die Behandlung von Patienten im Stadium 2 kann nach einer gründlichen Zahnreinigung mit einer Softlaser-Therapie und einer antimikrobiellen photodynamischen Therapie (HELBO-Lasertherapie) ergänzt werden. Bei dieser schmerzfreien Therapiemethode injiziert die Dentalhygienikerin eine blaue Lösung in die Zahnfleischtaschen, die dort von den schädlichen Bakterien aufgenommen wird. Durch Bestrahlung mit rotem Laserlicht wird die Lösung aktiviert. Im Rahmen dieses Vorgangs wird die Zellwand der Bakterien beschädigt und die Bakterien sterben ab. Bis zu 99% der Bakterien, die sich unter dem Zahnfleisch angesiedelt haben, können auf diese Weise abgetötet werden. Eine Wiederholung der Therapie wird in halbjährlichen bis jährlichen Abständen empfohlen.

Die Behandlung einer mittelschweren bis fortgeschrittenen Parodontitis im Stadium 3 bzw. 4 ist ein mehrstufiger Prozess. Zunächst wird der Zahnstein auf den Zähnen und unter dem Zahnfleisch mittels Ultraschall entfernt. Dann wird eine Tiefenreinigung, eine sogenannte parodontale Kürettage, durchgeführt. Mit speziellen Handinstrumenten wird der tiefliegende Zahnstein und das entzündete Gewebe entfernt. Falls nötig, kann dieser Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. In einer weiteren Sitzung nach der Kürettage ist die Desinfektion und Reinigung der Zahnfleischtaschen mithilfe eines Diodenlasers empfehlenswert. Der Laser entfernt die letzten Reste des entzündeten Gewebes und aktiviert knochenbildende Zellen, um die Regeneration zu unterstützen. Um die Anzahl der Bakterien maximal zu reduzieren, wird in den Stadien 3 und 4 ebenfalls eine antimikrobielle photodynamische Therapie empfohlen. Nach der Zahnfleischbehandlung kann eine Verblockung der lockeren Zähne notwendig sein, um deren Beweglichkeit zu reduzieren und ihre Haltbarkeit zu verlängern.

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